Selten ist es schöner, fremden Welten zu begegnen

Als August Macke und Paul Klee 1914 in Tunis eintrafen, waren sie sofort vom intensiven Farbenspiel der nordafrikanischen Hafenstadt fasziniert. Was die europäischen Maler damals nicht kannten, ist heute die Heimat des Malers Zaki Al Maboren. Der Künstler kommt aus dem Sudan, lebt seit mehr als 20 Jahren in Kassel und zeigt seine Ausstellung „African Memories“ im Glashaus mit der unglaublichen Farbenpracht Afrikas im Gepäck.

Zaki Al Maboren begrüßt in seinen Bildern das Licht. Tief leuchtende Farben bestimmen seine Gemälde, die durch viele Schichten hindurch eine atemberaubende Lebendigkeit präsentieren. Seine Bilder sind Oasen der Schönheit voller Kraft und Ruhe. Wenn Zaki Al Maboren Häuser malt, möchte man darin wohnen, wenn er Menschen darstellt, möchte man ihnen nahe sein. Selten ist es schöner, fremden Welten zu begegnen.

In dem Bild „Begrüßung des Lichts“ stehen bunt-verschleierte Frauenfiguren auf einem gelb leuchtenden Feld und winken dem Betrachter mit hoch erhobenen Armen zu. Ihre Schleier sind so schön verziert wie die Farbenpracht der Landschaft, in der sie stehen. Ganz offen schauen dagegen die „Umbararo Mädchen“ aus ihrem Bild heraus. Vor einem weißen Hintergrund präsentieren sie eine Art afrikanischer Modenschau, bunt mit Handtasche und einer Taube auf der Hand. 


Zaki Al Maboren malt keine Perspektive. Seine Motive sind flächig und haben immer einen ornamentalen Charakter. Sie sind damit aus der Wirklichkeit in eine Kunstwelt entrückt, die über dem Irdischen zu schweben scheint. Das Bild „Erscheinung 2“ zeigt einen Palast an einem Fluss, ein verschachteltes Gebäude mit bunten Fensterläden und übergroßen Bewohnern. Unter dem Haus befindet sich eine tiefe dunkelblaue Unterwelt mit geheimnisvollen grünen Schlangen.

Das lebendige Mosaik auf den Bildern von Zaki Al Maboren ergibt sich durch die Abgrenzung der vielfältigen Farbflächen untereinander. Doch gibt es auch Bilder, auf denen der Künstler malerischer mit seinen Tuschefarben umgeht. Das Bild „Feld-fest“ zeigt ein Tortenstück gelbe Landschaft, ein langes Rechteck, darin gleichmäßig verteilt farbige Gestalten, die in ihrer Arbeit innehalten und für den Betrachter zu posieren scheinen. Gleich daneben hängt ein Bild mit einer europäischen Landschaft, ein wind-bewegtes, locker gemaltes grünes Feld mit runden Bäumen am Horizont. Auf dieser Linie bewegt sich ein kleiner Fahrradfahrer wie ein bunter Schmetterling in einer blauen Hülle, wie eine seltene Blume eingebunden in eine verwunschene Gegend.

Mit der Ausstellung „African Memories“ zeigt uns Zaki Al Maboren seinen afrikanischen Ursprung. 


Genauso prägend und intensiv wie die Eindrücke der Kindheit uns in jedem Moment überfallen können, setzten sich die Gemälde des afrikanischen Malers aus Deutschland tief in den Sinnen des Betrachters fest.

Die Ausstellung bleibt bis zum 24.03. geöffnet.